Bruno Apitz

Leben und Wirken

Archiv

1945

5. April: von einem Mithäftling in einem Kanalschacht versteckt. Verlassen des Verstecks am 11. April nach Abzug der SS-Wachmannschaften und der Befreiung des Lagers.

1944

Fertigung der heimlich entstandenen Holzplastik „Das letzte Gesicht“, die das Antlitz eines Sterbenden im Halbrelief darstellt.
18. September: Teilnahme an illegaler Gedenkfeier für den ermordeten KPD-Führer Ernst Thälmann mit einem Violinensolo.

Bruno Apitz, „Das letzte Gesicht“, Holz, 1944 (Quelle: Deutsches Historisches Museum)

Bruno Apitz, „Das letzte Gesicht“, Holz, 1944 (Quelle: Deutsches Historisches Museum)

1943-1944

Kulturelle Ausgestaltung von SS-Kameradschaftsabenden. Künstlerische Mitwirkung an geduldeten Kulturveranstaltungen wie den „Bunten Abenden“; Verse und Reime für Solo-Auftritte; Conférencier beim „Buchenwalder Lagerkabarett“.

„Esther“ und „Die Marmorstatue“ (Novellen), „Paradies und Gute Erde“ (Bühnenstück).

Bruno Apitz, Selbstdarstellung beim Vortrag des Couplets „Klagelied eines Häftlings“, Bleistift, KZ Buchenwald, 1944; Quelle: Akademie der Künste, Berlin, Arbeiterlied-Archiv, Sammlung KZ-Lieder, Nr. 122.

Bruno Apitz, Selbstdarstellung beim Vortrag des Couplets „Klagelied eines Häftlings“, Bleistift, KZ Buchenwald, 1944 (Quelle: Akademie der Künste, Berlin, Arbeiterlied-Archiv, Sammlung KZ-Lieder, Nr. 122)

Mit freundlicher Unterstützung der Akademie der Künste, Berlin.

1942-1945

Dezember 1942: Vermittlung in das Kommando Pathologie auf Initiative der politischen Häftlinge beim SS-Lagerarzt Waldemar Hoven. Anfertigung plastischer Modelle.

16. Juni 1943: Ausstellung eines Ausweises auf „Hafterleichterung“. Dieser ermöglichte es ihm, einmal wöchentlich Post empfangen und absenden zu können, ihm wurde „bevorzugter Kantineneinkauf“ zugestanden und das Kahlscheren der Haare entfiel.

1941-1942

Auflösung des Kommandos Bildhauerei nach der Absetzung Kochs. Weitere Holzschnitzarbeiten für andere SS-Führer einschließlich des Lagerkommandanten Hermann Pister (Schreibgarnitur „Eulenspiegel“).

Bruno Apitz, Schreibgarnitur „Eulenspiegel“, Holz, vermutlich 1942/45; Quelle: Gedenkstätte Buchenwald

Bruno Apitz, Schreibgarnitur „Eulenspiegel“, Holz, vermutlich 1942/45 (Quelle: Gedenkstätte Buchenwald)

1937-1938

4. November 1937: Mit einem „Schutzhaftbefehl“ Einweisung als „rückfällig Politischer“ in das KZ Buchenwald (Häftlingsnummer 2417). Bis Mai 1938 Arbeit in verschiedenen Schacht- und Baukommandos.

Abbruch des Kontaktes zu Therese Baer.

Häftlingspersonalkarte von Bruno Apitz, KZ Buchenwald Quelle: ITS Digital Archive, Bad Arolsen, 1.1.5.3/5440555

Häftlingspersonalkarte von Bruno Apitz, KZ Buchenwald (Quelle: ITS Digital Archive, Bad Arolsen, 1.1.5.3/5440555)

1938-1941

Wechsel ins Kommando Bildhauerei: Autodidaktische Aneignung des Bildhauerei-Handwerks, Auftragsarbeiten für den SS-Lagerkommandanten Karl Otto Koch. Dort schnitzte er mehrere figürliche Plastiken und fertigte kunsthandwerkliche Holzschnitzarbeiten an, überliefert sind u. a. das übermannshohe Straßenschild „Caracho-Weg“, eine Häftlingsfigur, zwei Bücherstützen und ein Anhängermedaillon aus Rinderknochen.

Bruno Apitz, Wegweiser „Caracho-Weg“, Holz, vermutlich 1938; Quelle: Gedenkstätte Buchenwald

Bruno Apitz, Wegweiser „Caracho-Weg“, Holz, vermutlich 1938 (Quelle: Gedenkstätte Buchenwald)

© 2022 Rosa Luxemburg Stiftung Sachsen